Schwedt im Herbst 89

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Dresdner
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Schwedt im Herbst 89

Beitrag von Dresdner » 20 Mär 2009, 22:33

Auch vor dem Komplex Schwedt macht der Herbst 89 nicht halt.


2. November
In den Abendstunden finden in 24 Städten Demonstrationen ohne besondere
Vorkommnisse statt. Die teilnehmerstärksten Demonstrationszüge bilden sich in Erfurt mit
ca. 50 000 Personen, in Plauen mit 40 000 und in Auerbach mit 15 000.
Laut Meldung erfolgt die „Verlegung und Übergabe von 15 Hundertschaften aus dem
Bestand der Landstreitkräfte ... entsprechend dem mit dem Ministerium für Nationale
Verteidigung abgestimmten Plan des Präsidenten der Deutschen Volkspolizei und wird bis
07:30 Uhr (des nächsten Tages) abgeschlossen“.
Außerdem wird „zur Verstärkung der
Sicherung des Objektes der Disziplinareinheit SCHWEDT“ gegen vermutliche
Demonstranten aus dem Bezirk Dresden eine Hundertschaft der Militärtechnischen
Schule der Nachrichtentruppen Frankfurt/Oder bis zum 3.11.1989, 23:30 Uhr, an diesen
Standort verlegt. Eine weitere Hundertschaft dieser Einrichtung wird in Bereitschaft
gehalten

Bis 5.11.1989, 00:30 Uhr
kehrt ebenfalls die zur Sicherung des Objektes der Disziplinareinheit Schwedt befohlene
Hundertschaft der Militärtechnischen Schule der Nachrichtentruppen nach Frankfurt/Oder zurück


Quelle :
Prof. Dr. sc. Wilfried Hanisch
Herbst 1989 – NVA und Grenztruppen der DDR.
Chronologie wesentlicher Handlungen und Rahmenbedingungen

harald
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Re: Schwedt im Herbst 89

Beitrag von harald » 20 Mär 2009, 22:55

Ja, so war es wirklich. Auch wir vom Personal waren in unseren Kompanien in Alarmbereitschaft.
Die Fähnriche waren vorrübergehend in der 4. Kompanie untergebracht(war ja bekanntlich leer).
Dabei gab es auch eine Kurriosität, diese bestand darin, Besenstiele in ca. 1 Meter lange Stücke zu zersägen, damit diese als Schlagstock eingesetzt werden konnten. Sollten aber nur zur "Selbstverteidigung" und vor eventuellen Übergriffen auf das Objekt eingesetzt werden.
Harald

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