" sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

betonwerk
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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von betonwerk » 05 Dez 2009, 19:33

für manchen ist es halt entäuschend, hier nicht die reisserischen zeilen einer bekannten zeitung zu finden. ich bin der meinung das man bei der wahrheit bleiben muss. ich bin jetzt bald 51 jahre alt, und hab die hälfte meines lebens rum. in der zeit die ich jetzt noch hab, möchte ich nicht verbittert und störrisch oder voller wut an meine vergangenheit denken,und an leute die mir mal vor den koffer geschissen haben. schwedt war mal eine kurze erfahrung für mich,aber die spielt in meinem leben längst nicht eine so grosse rolle.da gibt es jetzt ganz andere sachen die mir viel wichtiger sind. im forum bin ich,weil mich geschichte interessiert. wenn ich aufrechnen würde auf wen ich noch einen zorn haben müsste, nach 20 oder30 jahren.... du lieber gott !!! irgendwann sollte man auch seinen frieden machen, oder finden. axel sollte auch so denken ! aber da wir nun freie(?) bürger sind, kann es jeder sich so einrichten wie er es möchte.

Slawi1
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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von Slawi1 » 05 Dez 2009, 19:48

Allso Steffen muß schon sagen den Satz hätteste dier klemmen können.

Steffen
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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von Steffen » 05 Dez 2009, 19:55

@axel
das ist das einfachste, um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, sich zu verabschieden.
Ich hatte schon mal im Forum darauf verwiesen, dass es uns, den Forumsbetreibern, und auch mir persönlich nicht zusteht, zu beurteilen, ob jemand zu Recht oder Unrecht bestraft worden ist. Auch deine Tat möchte ich nicht beurteilen. Die öffentliche Herabwürdigung konnte jedem, der irgend etwas gegen den Staat sagte oder eine Handlung beging, ans Bein fahren. Ich war lange genug Soldat, hätte mir, wenn ich Nachdenke, genauso passieren können.
Wir wollten eigentlich klären, wie der Militärstrafvollzug in der ehemaligen DDR funktionierte, da es ein Phänomen in den ehem. soz. Staaten war. Es gab kein Land im Warschauer Vertrag, der derartiges hatte.
Ich hatte beim ersten Treffen der ehemaligen Gefangenen und Bediensteten des Strafvollzuges ein Gefühl, als ich mit den Personen, die vor Ort waren gesprochen habe, dass viele mit ihrem Erlebten umgehen können und mir gegenüber, der nicht im Vollzug war, ehrlich und offen gesprochen haben.
Ich habe alle bewundert, dass trotz der erlittenen Represalien, eine offene Atmosphäre geherrscht hat. Diese Personen haben bestimmt genau das selbe erlebt wie du, oder es war sogar noch schlimmer. Trotzdem haben Bewacher oder Verantwortliche des Militärgefängnisses und ehemalige Gefangene ohne Rachegedanken miteinander gesprochen. Ich war sehr beeindruckt über den Umgang, da ich Aussenstehender war und auch heute noch bin.
Wenn ich den Vergleich mit dem HENKER gebracht habe, wolle ich damit sagen, dass auch diese Menschen, die die schwierigste Lebensaufgabe hatten, nicht gegen Gesetze verstoßen haben. Ob sie sich freiwillig zu dieser Aufgabe verpflichtet hatten, weis ich nicht.
Aber in keinem Land der Welt ( auch nicht im 3. Reich ) wurde jemals ein HENKER, wegen seiner Tätigkeit zur Verantwortung gezogen.
Sollte du mit mir sprechen wollen, so kannst du mich unter meiner p.n. erreichen.
Gruß
Steffen

Steffen
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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von Steffen » 05 Dez 2009, 19:59

Slawi1 hat geschrieben:Allso Steffen muß schon sagen den Satz hätteste dier klemmen können.

@slawi
mich hat gestört, dass ich Blödsinn geschrieben hätte. Es sollte nur ein Vergleich sein.

Steffen
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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von Steffen » 05 Dez 2009, 20:23

Vielleicht stehe ich auch noch unter dem Eindruck des Buches. Ich habe es heute zu Ende gelesen.
Der Autor dieses Buches, von dem wir bis jetzt unsere Meinung unter diesem Thema vertreten, wurde zu 2 Jahren Schwedt verurteilt, weil er als Torkontrollposten die Ausweise von 4 Stasi - Offizieren kontrolliert hat, die nach der Meinung seines Wachvorgesetzten, immer ohne Kontrolle passieren durften. Er trat höflich auf und hat nur dem Wachvorschriften gemäß gehandelt.
Als Delikt dafür wurde ihm dafü eine versuchte Republikflucht ( ( § 213 ) unterstellt.

Ich kann das nicht glauben, vieles ist in diesem Staat gemacht worden, aber einem Soldat, der sich eigentlich nichts zu Schulden kommen lassen hat, keine Vorstrafen hatte, nicht im Visier der Stasi war, nicht aufmüpfig war und auch sonst nicht aufgefallen war, aus kurzem Halt 2 Jahre zu verpassen, unvorstellbar.

redwood
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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von redwood » 06 Dez 2009, 11:54

Hallo zusammen und einen schönen 2. Advent!
Ich war kurz davor mir dieses Buch zu bestellen.
Aus reiner Neugier.
Zum Glück kann man bei Amazon einige Seiten daraus als "Einstimmung" online lesen.
Es fehlen zwar zwischdurch immer ein paar Seiten und irgendwann ist damit Schluß. Ist ja sicher so gewollt, denn schließlich soll man das Buch ja auch kaufen.
Ich habe lange genug in der NVA gedient um zu wissen, das man nicht für die Kontrolle von Stasi-Mitarbeitern am Schlagbaum verurteilt wurde, sondern eher anders herum.
Selbst dann nicht, wenn einer von den vier Leuten im Auto einen schlechten Tag hatte.
Meines Wissens wurden auch Schießübungen nur auf dazu ausgewiesenen Schießplätzen durchgeführt, mit einem verantwortlichen Offizier als Leiter. Und nicht, wie beschrieben, nach einem Karte und Kompassmarsch irgendwo in der Wallachei! Und selbst einem, auf Auszeinungen scharfen Unteroffizier, der bestimmt nicht sein erstes Nachtschießen hatte, hätte auffallen müssen, das eine Hausbeleuchtung wie auch immer, nicht ausssieht wie Nachtschießscheiben!
Da Fluchtgedanken nicht nur angedeutet, sondern mit heimlich Kartenmaterial studieren auch belegt werden, war es nicht eher anders herum? Die Stasi kam nicht zufällig zu der Zeit als er am Schlagbaum Wache hatte, sondern Zielgerichtet weil sie dahinter gekommen war?
Die Schuld für eigene Fehler auf andere zu schieben ist bekanntlich sehr einfach.
Für mich ist es jedenfalls eine Frechheit, dieses Buch Leuten anzubieten, welche an einer sachlichen Aufarbeitung interessiert sind!

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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von dx2 » 06 Dez 2009, 12:20

Steffen hat geschrieben:das ist das einfachste, um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, sich zu verabschieden.

Es wurde auch niemand gezwungen Straftäter zu werden !!!!!
Gruß
Steffen


Er hat einfach nur seine Meinung hier dargestellt und wurde wie damals auch wieder nieder geknüppelt. Es war nun mal die letzte Schei... damals und wird es für mich auch immer bleiben. Da kann ich nichts beschönigen. Ich war und bin kein Straftäter gewesen und mir wurde 1 Monat meines Lebens geraubt, und das von Menschen die ich heute noch wie die Pest hasse. Ein Wiedersehen mit diesen würde mich zum Straftäter werden lassen! Der Wattebällchen vergleich war Spitze, Axel.

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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von Dresdner » 06 Dez 2009, 13:40

Irgendwie bin ich erstaunt, wie hoch zum Teol die Wogen in der Diskussion schlagen können .

Wir haben hier ein Forumsthema, wo es um einen Bereich geht, wo ( so glaube ich ) kein Mensch auf der ganzen Welt freiwillig hin möchte - wir spreche hier über ein Gefängnis.
Auf der einen Seite sind die von der Gesetzgebung verurteilten Insassen ...auf der anderen die Leute, welche diese bewachen.
Das man sich an so einem Ort wie Schwedt ( wobei der Name genausogut Waldheim,Bautzen oder ein x-beliebiges Gefängnis auf der Welt sein kann ) nicht zum Kaffeetrinken trift, dürfte ja wohl klar sein.

Wir hatten uns irgendwann mal darüber verständigt, das es NICHT Aufgabe und Sinn unseres Forums ist, zu ermitteln, ob der Gefreite Hülsensack unschuldig oder schuldig nach Schwedt kam - das können wir auch gar nicht.
Und das der Inhaftierte und der Bewacher eine völlig unterscheidliche Sicht auf das Objekt Schwedt haben - naja, das dürfte ja auf der Hand liegen.
Ich muß Steffen hier beipflichten - beim Treffen in Schwedt ist keiner der ehemaligen Inhaftierten dem ehem. Kommandeur an die Gurgel gegangen - alles verlief in einer sachlichen Atmosphäre. Und das hat überhaupt nichts mit Wattebällchen werfen zu tun .

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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von betonwerk » 06 Dez 2009, 17:52

dx2 hat geschrieben:
Steffen hat geschrieben:das ist das einfachste, um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, sich zu verabschieden.

Es wurde auch niemand gezwungen Straftäter zu werden !!!!!
Gruß
Steffen


Er hat einfach nur seine Meinung hier dargestellt und wurde wie damals auch wieder nieder geknüppelt. Es war nun mal die letzte Schei... damals und wird es für mich auch immer bleiben. Da kann ich nichts beschönigen. Ich war und bin kein Straftäter gewesen und mir wurde 1 Monat meines Lebens geraubt, und das von Menschen die ich heute noch wie die Pest hasse. Ein Wiedersehen mit diesen würde mich zum Straftäter werden lassen! Der Wattebällchen vergleich war Spitze, Axel.

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wem hat es denn sauer aufgestossen, das nicht alle negativ über schwedt schreiben ? wer will uns denn gegenseitig aufhetzen... von wegen der wättebällchen ? sollen wir uns prügeln ??? oder wie soll ich das verstehen ? wenn man ein psychologisches problem hat, und gewalt einem als letzter ausweg erscheint,dann sollte man sich zum psychologen begeben. ich muss auch damit rechnen,das das forum mir ordentlich die meinung sagt, und ich muss das akzeptieren. ich bin doch deswegen keinem böse. aber was ich zu meiner schwedt-zeit erlebt hab,da lasse ich mir nicht von anderen korrigieren, nur weil es denen nicht in den kram passt .

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Re: " sag dein letztes Gebet - es geht nach Schwedt "

Beitrag von Dresdner » 06 Dez 2009, 18:07

Mich hat es nicht sauer auf gestoßen auch wenn ich Teile der Diskussion schon sehr merkwürdig finde.
Aber na gut - wir sind ja ein Forum, was vom Austausch der Meinungen, Gedanken und Erfahrungen lebt.
Und da sollte man über alles miteinander reden können .

Aber ein muß ich nicht, mir den Verfassungsschutz auf den Hals jagen lassen, das ist es mir einfach nicht wert.
Und so habe ich ganz einfach reagiert und ihn ( also Alex) ausgeschlossen.
Aus meiner Sicht heraus, hat das überhaupt nichts mit niederknüppel zu tun.

dresdner

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