Schwedt - ein Mythos

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Macky
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Macky » 06 Jan 2009, 13:01

Hallo Bierbomber!
Ich war wie Sangria in der DE und ich mußte auch die Geheimhaltungsklausel unterschreiben, aber ich glaube, das dort nur auf die DV verwiesen wurde, aber ich will mich da jetzt nicht so genau festlegen, aber ein Einblick in die Geheimhaltungsvorschrift würde dort vielleicht Aufklärung verschaffen.

LG Macky

PS.: Allen Usern wünsche ich auf diesem Wege ein gesundes neues Jahr und viel Erfolg!!!!

Macky
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bierbomber1
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von bierbomber1 » 06 Jan 2009, 18:12

Hallo Macky . Hallo Sangria.

Ich weiss es auch nicht mehr so genau.Aber es schwebt so in meiner Hinterstube.Könnt Ihr mir sagen zu welcher Zeit Ihr in der DE wart.
Ich hatte noch zwei Kameraden die auch dort waren.
Das war bei uns 87/88.Eher 87 die waren ja nicht so lange dort.

Ausserdem würde ich es sehr begrüssen wenn mal jemand von dem Wachpersonal oä. etwas dazu beiträgt das alles aufzuklären.
Es ist anonym und tut nicht weh.Aber Ihr könnt andere Fragen beantworten für die wir keine Erklärung haben.

Gruss Bierbomber

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Macky
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Macky » 06 Jan 2009, 21:10

Hallo Bierbomber !

Ich war Ende 88 Anfang 89 in der DE. Aber es wäre wirklich mal gut wenn sich auch mal ein paar Leute von dem Wachpersonal äußern würden.

LG Macky
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Dresdner
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Dresdner » 07 Jan 2009, 18:14

Aber es wäre wirklich mal gut wenn sich auch mal ein paar Leute von dem Wachpersonal äußern würden.

Ausserdem würde ich es sehr begrüssen wenn mal jemand von dem Wachpersonal oä. etwas dazu beiträgt das alles aufzuklären.

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher ob ich das richtig verstehe... wozu soll sich das Wachpersonal äußern ???
Natürlich weiß ich auch nicht, ob einer der hier angemeldeten Nutzer ( der nur mitliest) bei der Wachmannschaft war oder nicht. Aber ich denke , das er ( so es einen hier gibt ) wohl nur auf konkrete Fragen antworten wird.
Aber ich lasse mich auch gern eines besseren belehren....

Dresdner

bierbomber1
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von bierbomber1 » 07 Jan 2009, 19:25

Mit der Wachmannschaft meine ich natürlich alles was dort gearbeitet hat.Offiziere,Köche usw.....
Würde gerne mal ein paar Meinungen von der "anderen Seite " hören.
Was wusste die Bevölkerung?
Galt zum Bsp.ein Schiessbefehl bei einer Flucht?

Fragen Fragen Fragen...........................

Bierbomber

Steffen
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Steffen » 07 Jan 2009, 22:44

Hallo Bierbomber und alle anderen,
ich weis, daß die Bevölkerung von Schwedt wusste, daß es hier einen Strafvollzug gab.
Im Sprachgebrauch hies es nur der " Armeeknast ". Als ich das erste Mal in Schwedt war, lange vor der Wende, hat mir mein Schwager die Stadt gezeigt. Unter anderem sind wir auch am " Armeeknast" vorbeigefahren( gehörte vermutlich mit zur Stadtgeschichte ) Auch unter meinen Arbeitskollegen, die meist im PCK gearbeitet hatten, ich dies alles bekannt. Aber wenn Du konkret nach irgendwelchen Sachen fragst, kann Dir keiner genau sagen, was da los war ( z.B. das Objekt, was sich innerhalb des PCK befand - BMK ). Dieses war nach Angaben einiger Leute genauso gesichert, wie der Strafvollzug selbst. Auch, dass Strafgefangenen zu irgendwelchen Arbeiten innerhalb des PCK eingesetzt waren, wussten viele. Aber genaues dazu können sie nicht sagen ( z.B. wo wurde gearbeitet, was wurde gebaut, wie gesichert, gab es Hunde, waren die Bewacher bewaffnet, welche Tätigkeiten mussten die Gefangenen verrichten ).
Ich glaube, dass sich keiner mit der Problematik zu dieser Zeit auseinandergesetzt hat. Es war eben da.
Von der Wachmannschaft, bzw. von den Verantwortlichen sind ja einige bekannt und der Administrator hat auch schon Informationen erhalten.
Ich persönlich kenne auch einige, aber die wollen sich, trotz der vergangen Zeit ( 20 Jahre ) nicht dazu äußern. Sie haben immer noch das Gefühl, dass sie, wie die Stasi, auf die gleiche Ebene geschoben werden. Für mich nicht verständlich, aber ich muß das akzeptieren.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass es nicht einfach ist die Geschichte des Strafvollzuges für Militärangehörige in Schwedt aufzuarbeiten, denn es sind nicht alle bereit, die ich persönlich dazu angesprochen haben, hier mitzuwirken.
Es scheint für viele in Vergessenheit zu geraten.

Steffen

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Macky
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Macky » 08 Jan 2009, 17:35

Galt zum Bsp.ein Schiessbefehl bei einer Flucht?


Die Frage Schießbefehl sehe ich so:
Einen Schießbefehl im eigentlichen Sinne gab es nicht, aber aus der DV 010/004 ergab sich der Schußwaffengebrauch ableitend im umgekehrten Sinn. In der DV steht das der Einsatz der Schußwaffe bei Eindringen von Personen in den Postenbereich unter Einhaltung aller vorausgehenden Maßnahmen wie anrufen, Warnschuß geboten ist. Hier waren die Posten sogar gehalten auf Verletzung des PB von außen sowie innen zu reagieren.

LG Macky
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Dresdner
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Dresdner » 08 Jan 2009, 18:09

In der MSTVO ist geregelt, in welchem Fall die Posten / Begleitkommando zu bewaffnen sind.
So aus dem Gedächtnis heraus z.B.
- wenn die militärische Ausbildung der MSG außerhalb des Geländes stattgefunden hat ( bzw. haben soll - ob das auch praktiziert wurde, weiß ich nicht )
- bei der Begleitung zur Arbeitstätte soweit diese außerhalb des Bereiches lag

Um es ganz genau zu sagen, muß ich heute abend mal nachlesen und ggf. ergänzen.

Dresdner

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Macky
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von Macky » 08 Jan 2009, 18:13

Hallo mei Gutster!

Ich habe die Frage so verstanden das es sich auf die Objektwache bezog.
Ich habe sonst nur den KC und seinen Stoffhund mit einer Makarow bewaffnet gesehen und das auch nur wenn Ausbildung im Freien anstand. Die anderen hatten nur FDU an.
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MSG Dittmar
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Re: Schwedt, wirklich ein Mythos?

Beitrag von MSG Dittmar » 15 Jan 2009, 16:23

Dresdner hat geschrieben:Ich denke, das dieser Mythos auch durch solche Darstellungen wie im Film "NVA" entstehen.
Da wird der Oberst Kalk nachts aus dem Bett geholt worüber dieser natürlich verärgert ist , lümmelt sich hinter seinen Schreibtisch und faßt das ganze dann wie folgend zusammen:" Wir versetzen Sie bis auf weiteres in die Strafeinheit Schwedt".
Wer sich mit Schwedt nicht auskennt, nimmt diesen Schwachfug dann für bare Münze und glaubt wirklich, jeder verärgerte Vorgesetze konnte jemanden von "jetzt auf gleich" nach Schwedt schicken.
In der NVA gab es eine Untersuchungs-und Meldeordnung,wo genau festgelegt war, wie im Falle eine solchen Vorkommnisses zu handeln und wohin dies zu melden war. Auch war die Kommandierung eines AA nach Schwedt mit dem Leiter Innerer Dienst im MfNV abzustimmen, einen einfach mal so auf die Reise nach Schwedt zu schicken ,war schlichtweg unmöglich.
Zudem müßte der Oberst eigentlich auch wissen, das das ganze "Disziplinareinheit Schwedt" und nicht Strafeinheit hieß.
Auch die Aussagen "...bis auf weiteres " ...erweckt so bisschen die Erinnerung an die Strafbatallione der Wehrmacht.
Die Disziplinarstrafe war genau ( auch mit der Zeitdauer von max.3 Monaten ) in einem Befehl niederzulegen.
Das ist - wie sagt man so schön- dichterische Freiheit des Drehbuchautors.Leider hinterläßt das dann bei den Zuschauern einen verzerrten bzw. falschen Eindruck und schürt so etwas den Mythos um Schwedt.
Dresdner

Hallo Dresdner
Ich habe auch den Film gesehen und wie der Soldat (der vorher sehr cool wirkte) wieder aus Schwedt in die Truppe kam stimmt schon irgentwie.Er hatte diesen Trill und diese Ordnung noch voll im Bewußtsein wie es in Schwedt eben Gang und Gebe war.Man hörte Leute sagen ..da kommst Du mit den Beinen zu erst wieder raus usw... war echt stark übertrieben und sollte vielleicht als Abschreckung dienen.OK Schwedt war eine Umstellung in Sachen Ordnung Drill usw aber wer da genug Selbstbewußtsein hatte sich halt "Unterordnen" konnte hat diese Zeit eben so Recht und Schlecht auch überstanden.In meiner Zeit dort 1981-1982 war das MSG noch dem MDI unterstellt und wir hatten mit denen sehr wenig zu tun nur bei Appell oder Zählung hat man die gesehen.Bei uns selber waren MSG verantwortlich für halt 8 Mann die hat man an den silbernen Streifen an den Ärmeln erkannt und diese waren verantwortlich für Ordnung Disziplin Arbeit usw.
Gruß Dittmar

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