Denkmalschutz, Abriss und Erinnerungskultur

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ThomWelz
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Denkmalschutz, Abriss und Erinnerungskultur

Beitrag von ThomWelz » 17 Nov 2016, 20:40

Von Canaletto einst gemalte Häuser waren einmal historische Kulturdenkmäler:

… „Abgerissen werden denkmalgeschützte Gebäude dann, wenn das Haus so baufällig
ist, dass Einsturzgefahr droht, oder wenn den Eigentümern der Erhalt des Hauses aus finanziellen
Gründen nicht zumutbar ist.“ ...


Diese Entwicklung gibt es ‚ausschließlich’ im Freistaat Sachsen. - Im Land Brandenburg wird
(über kurz oder lang) niemals ein unter Denkmalschutz gestelltes Gebäude abgerissen!*
Denn dafür gibt es ja schließlich eine (theoretische) Erinnerungskultur.


* Zufällige Ähnlichkeiten sind beabsichtigt.

ThomWelz
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Sachsen verliert 500 Denkmäler pro Jahr.JPG
Sachsen verliert 500 Denkmäler pro Jahr.JPG (158.95 KiB) 2866 mal betrachtet
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..."Nicht das Erzählte reicht, das Erreichte zählt!"...Militärstrafarrestant 05.10.1978 - 03.03.1979 (MSG Nummer 362/78)

harald
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Re: Denkmalschutz, Abriss und Erinnerungskultur

Beitrag von harald » 18 Nov 2016, 17:45

Auch im Land Brandenburg (LK Uckermark), genauer gesagt in Greiffenberg ist erst kürzlich ein denkmalgeschütztes Haus abgerissen wurden. Der Besitzer (Italiener) hat sich über Jahre nicht darum gekümmert und auch nicht auf Anschreiben reagiert.
Darauf hin wurde das Haus wegen akuter Einsturzgefahr auf Kosten der Steuerzahler abgerissen.
Wer Kritik austeilt, muss Kritik auch einstecken können.

"Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen" Goethe

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Detlef
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Re: Denkmalschutz, Abriss und Erinnerungskultur

Beitrag von Detlef » 19 Nov 2016, 21:09

na ganz so dramatisch ist es bei den noch verbliebenen Gebäuden noch nicht. Aber wir müssen wachsam sein und unsere Dokumentation fortsetzen.

detlef
3 Monate Strafdienst in der Disziplinareinheit vom 20.09.1983 bis 15.12.1983
Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.

Steffen
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Re: Denkmalschutz, Abriss und Erinnerungskultur

Beitrag von Steffen » 24 Nov 2016, 21:37

Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden an den vorhandenen Gebäuden der DE 2 ( außer am Gebäude des Obdachlosenheims ) keinerlei erhaltende Maßnahmen durchgeführt.
Zur Erinnerung :
Das Geländes des ehemaligen Militärstrafvollzuges wurde sang- und klanglos dem Erdboden gleichgemacht.
Hätte es das Abrissunternehmen Dietrich nicht gegeben, wären auch dort Solarelemente installiert worden und keiner könnte dort irgendwelche Hinweise auf das ehemalige Militärgefängnis erkennen.

Über kurz oder lang werden die Gebäude der ehem. DE 2 soweit desolat sein, dass einem Abriss nichts mehr im Wege steht.

Die Stadt Schwedt kommt ihren Aufgaben zur Erhaltung von denkmalgeschützten Ablagen in keiner Weise nach.
Über dieses Thema habe ich schon seit langer Zeit geredet ( Beispiel : ehem. Wache ). Es ist einfach keine Unterstützung durch die Stadt Schwedt zu erkennen.

Diese Gedanken habe ich schon mehrfach geäußert, deshalb macht es mich so traurig, dass keinerlei Erfolge zu sehen sind.

harald
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Re: Denkmalschutz, Abriss und Erinnerungskultur

Beitrag von harald » 01 Sep 2017, 23:46

Auch in Schwedt sind vor Jahren die Grenzkontrollen weggefallen. Einige Jahre später beschwerte sich der Bürgermeister von Schwedt darüber, dass die Bundespolizei die Gebäude an der Grenze verfallen lässt.
Aber was ist mit der Disziplinareinheit, will er diese verrotten lassen ? Was sagt er denn dazu ?
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