Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

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Detlef
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Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von Detlef » 14 Sep 2013, 08:40

Am 08. September 2013 war wieder Tag des offenen Denkmals.
In diesem Jahr stand dieser Tag unter dem Motto: "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?".

Dazu gehört auch das ehemalige Militärgefängnis in Schwedt/Oder.
Der RBB berichtete im voraus dazu in der Abendschau "RBB Aktuell". Etwas über 100 Besucher fanden an diesem Tag nach Schwedt. Wenn man bedenkt, wie viele Veranstaltungen an diesem letzten schönen Sommertag statt fanden, war es doch eine große Anzahl an interessierten Besuchern.

Ein Programmpunkt an diesem Tag war "Zeitzeugen berichten" - dazu waren nicht nur Vereinsmitglieder
vor Ort, sondern auch ein ehemaliger Militärstrafgefangener, der den Umzug von Berndshof nach Schwedt miterlebte.
So konnten aus vielen verschiedenen Zeitepochen die unterschiedlichsten Fragen beantwortet werden.

Das Museum Schwedt war sehr gut vorbereitet, alle Mitarbeiter waren vor Ort und konnten vieles erklären und zeigen.

Als Makel an diesem Tag musste ich feststellen (das ist mir erst im nachherein bewusst geworden), dass das bloße Zeigen der Arrestzellen der Disziplinareinheit im Erdgeschoss in keinsterweise das vermitteln können, was die DE damals war und wie die langen Flure zum Schikanieren benutzt wurden.
Als Zeitzeuge versuchen zu erklären - stehend auf einem grünen Rasen, die Besucher sitzend mit Blick auf den Kinderspielplatz des städtischen Wohnheims- vor dem Gebäude - das ging fast gar nicht. Das muss nun doch in der Zukunft noch einmal überdacht werden. Nun wollte ich objektiv berichten, bin aber wieder in's Subjektive abgerutscht.

Nun freue ich mich auf den 26.Oktober 2013 - da gibt es die nächste öffentliche Führung des Museums.

detlef... wie immer...
3 Monate Strafdienst in der Disziplinareinheit vom 20.09.1983 bis 15.12.1983
Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.

Steffen
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von Steffen » 14 Sep 2013, 20:03

Hallo Detlef,
mir sind im Nachhinein die gleichen Gedanken gekommen. Warum beschränkt man alles auf die Arrestzellen und die zwei oder drei Räume, die leer stehen. Das war doch nicht die Wirklichkeit. Nicht jeder Disziplinarbestrafte hat in der Arrestzelle gesessen ( außer am Tag vor der Entlassung ). Das Leben der Bestraften hat sich im großen Haus abgespielt und nicht auf den beschränkten Raum der uns zur Verfügung gestellt wird. Der Arrest mag zwar emotional für den Besucher wirken, aber stellt die Gesamtsituation nicht dar.
Immerhin handelt es sich jetzt um ein Gebäude, das unter Denkmalschutz steht. Nicht nur die Räume, die für die Öffentlickeit zugängig sind. Ich denke, dass hier die Stadt Schwedt in die Pflicht genommen werden muss, aus dem vorhandenen Gebäudetrakt, dass zu machen, was einem Denkmal zu kommt.
Es kann auch nicht sein, dass das ehem. Stabsgebäude für niemanden zugänig ist ( Man höre " Rücksicht auf die Obdachlosen " oder " hier haben sie nichts zu suchen ")
Vielleicht sollte man der Stadt klar machen, was es heist Denkmalrechtlich Gebäude zu verwalten. Da kann man ein Denkmal doch nicht als Lagerraum oder Obdachlosenheim benutzen. Oder liege ich da falsch ?

Gruß
Steffen aus Meyenburg

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Biblio
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von Biblio » 19 Sep 2013, 03:05

.
Schwedt will nicht für immer in Sack und Asche gehen.
Sein geografisch abgelegenes Wahl-Volk ist zu wertvoll für die, die dort damit verdienen.

Ihre Geschichte kotzt sie an.
Am liebsten würden sie sie verlügen - wenn sie könnten.
Aber da sind da noch wir.

guetschli
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von guetschli » 20 Sep 2013, 01:34

Hallo
Ich schliesse mich ausdrücklich der Meinung von Steffen an.
Sekt oder Selters.
Wenn schon Denkmalschutz, dann Richtig. Es ist doch nicht der Plattenbau der unter Denkmalschutz steht, sondern das Militärgefängnis und die übriggebliebenen DE.
Daran müsse wir festhalten.
lg guetschli
2 Monate Strafdienst in der Disziplinareinheit 04.01.1984-03.03.1984

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Detlef
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von Detlef » 13 Dez 2013, 12:51

Unserer Einladung zum RUNDEN TISCH am 12. Dezember2012 im Haus der Demokratie sind gefolgt:

- Herr Reinhold Robbe (Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages a. D.; Berlin)
- Herr Dr. Rüdiger Wenzke (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr; Potsdam)
- Herr Peter Schütz (Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Referat 33; Potsdam)
- Herr Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg (Direktor Militärhistorisches Museum der Bundeswehr; Dresden)
- Frau Dr. Marie Anne Subklew (Stellvertreterin der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der
kommunistischen Diktatur; Potsdam)
- Herr Arno Polzin (BStU, Abteilung Bildung und Forschung; Berlin)
- Herr Lutz Herrmann (Der Beigeordnete der Stadt Schwedt/Oder)
- Frau Anke Grodon (Leiterin Stadtmuseum Schwedt/Oder)
- Frau Katrin Boßdorf (Museumspädagogische Mitarbeiterin des Stadtmuseum Schwedt/Oder)
- Lukas Welz (Mitarbeiter DIDES)
- sowie die Vereinsmitglieder Detlef Fahle (Vorsitzender), Thomas Welz (Stellvertreter), Marc Wendrich (Moderation des
Gespräches) und Torsten Dressler.

Ziel dieses ersten Gespräch war es, die Positionen der einzelnen Behörden, Institutionen und Einrichtungen zum
Thema Zukunft des historischen Ortes DDR-Militärgefängnis Schwedt kennen zu lernen.
Von allen Teilnehmern wurde klar heraus gestellt, dass das stattfindende Gespräch längst überfällig war.

Die fast 2 Stunden Diskussion reichten bei weitem nicht aus und so wurde verabredet, dass wir
im neuen Jahr, ca. Februar/März 2014 uns wieder treffen, dann in Schwedt und vor Ort.

Detlef

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3 Monate Strafdienst in der Disziplinareinheit vom 20.09.1983 bis 15.12.1983
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ThomWelz
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von ThomWelz » 18 Feb 2014, 20:59

Bessere Ausstattung

Den Raum 154, im Erdgeschoß der DE, haben Vereinsmitglieder heute mit einer neuen Bestuhlung ausgestattet. Er wurde bereits
vom Stadtmuseum mit Infotafeln ausgestattet und eignet sich nun hervorragend für alle kleineren Vortragsveranstaltungen in dieser Saison.
Die Kapazität ist auf 20 Sitzplätze beschränkt und wurde schon vom Museum für solche Veranstaltungen genutzt, bzw. war dafür vorgesehen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verein die Stühle mit Fördermitteln des Landes Brandenburg erworben und zunächst zwischengelagert.
Auch wenn es noch zu keinem sinnvollen Nutzungsvertrag zwischen der Stadt Schwedt und dem Verein gekommen ist, so kann doch wenigstens
ein Teil des Mobiliars einer sinnvollen Anwendung unterzogen werden.
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Bilck in den Raum 154 (2).JPG
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Blick in den Raum 154 (1).JPG
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..."Nicht das Erzählte reicht, das Erreichte zählt!"...Militärstrafarrestant 05.10.1978 - 03.03.1979 (MSG Nummer 362/78)

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Detlef
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Besuch bei ehemaligen Gefangenen

Beitrag von Detlef » 23 Mär 2014, 19:59

Thom und ich besuchten heute lacrimo.

Es geht ihm inzwischen sehr viel besser und er verarbeitet
seine Schwedt-Erfahrungen mittlerweile ganz gut.

Wir sollen alle Nutzer hier im Forum ganz herzlich von ihm grüßen.

Diesen Grüßen schließe ich mich gerne an.

detlef
3 Monate Strafdienst in der Disziplinareinheit vom 20.09.1983 bis 15.12.1983
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Detlef
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von Detlef » 09 Apr 2014, 16:07

Hier der Beitrag vom Kamenzer, der die Mitgliederversammlung 2014 vorbereitet hat:

Am 6.April 2014 besuchten die Mitglieder des Vereins „DDR-Militärgefängnis Schwedt e.V. meine schöne Heimatstadt Kamenz, gelegen in der Region Oberlausitz im Freistaat Sachsen.

Kurz vor 12.00 Uhr konnte ich die angereisten Mitglieder in Kamenz begrüßen. In der Gaststätte „Altertumsschänke“,
auf der Pulsnitzer Straße, nahmen wir unser gemeinsames Mittagessen ein, das allen sehr gut schmeckte.
Gestärkt durch die Speisen, konnte nun zum Inhalt der 2.Mitgliederversammlung übergegangen werden.

Der Vorsitzende des Vereins, Detlef Fahle eröffnete die Versammlung. Unter anderem ging es um Finanzen, Entgegennahme des Jahresberichtes für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013 und die Entlastung des Vorstandes. Besprochen wurden weitere Vorhaben des Vereins für das Jahr 2014 und darüber hinaus, wobei zu allen Themen eine sachliche, freundschaftliche Diskussion geführt wurde.

Nach der Versammlung stellte ich meine Heimatstadt Kamenz, in der ich geboren wurde und immer noch lebe vor. Einleitende Worte fand ich gleich vor der „Altertumsschänke“. Mit schönen Blick die Pulsnitzer Straße hinauf, war für jeden sichtbar die Hauptkirche“ St. Marien“, wo im Herbst 1989 die Friedensgebete stattfanden und die Montagsdemos begannen. Gegenüberliegend steht der Rote Turm, der mit zur ehemaligen Stadtbefestigung diente. Kamenz, die früher selber einmal Kreisstadt war und jetzt zum Landkreis Bautzen gehört, hat noch viele Sehenswürdigkeiten wie Denkmäler; Türme, Kirchen. Hier eine kurze Aufzählung, vom alten Rathaus (erbaut im 18. Jahrhundert), über die schon genannte Hauptkirche „St. Marien“ (erbaut und vervollständigt Mitte des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 14. Jahrhunderts), Klosterkirche „St.Annen“, die St.-Just-Kirche, der genannte Rote Turm, das erste ehemalige Krankenhaus (Barmherzigkeitsstift), das russische Ehrenmal am Hutberg und eine Außenstelle eines KZ, das zur Naziherrschaft 1944 errichtet wurde, wo auch über 100 tote Gefangene verbrannt wurden waren, Weitere Aufzählungen würden hier aber den Rahmen sprengen.

Im alten historischen Stadtkern, auf dem Markt, besichtigten wir, das alte Rathaus und die umliegenden schönen Häuser, Danach fuhren wir auf den Hutberg und bestiegen den Lessingturm. Wir sahen Kamenz aus einer anderen Perspektive und genossen den Anblick der schönen Landschaft der Oberlausitz. Vom Turm konnte man den Flugplatz erkennen, sowie die Hutbergbühne, wo jährlich Veranstaltungen stattfinden. Erwähnt wurde auch von mir, dass in Kamenz 1729 Gotthold Ephraim Lessing geboren wurde, der seiner Zeit ein berühmter Aufklärer und Schöpfer von „Natan der Weise“, „Minna von Barnhelm“ und „Emilia Galotti“ war und den Freimaurern angehörte. Später fuhren wir in die ehemalige Kaserne der Stadt, die früher Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der Nationalen Volksarmee war und ich von 1980 bis 1982 als Soldat im Grundwehrdienst, bei der Feuerwehr meinen Dienst ableisten musste. Ich berichtete über die Errichtung der Kaserne, Ende des 18. Jahrhunderts und vom ersten Start und Flug eines Flugzeuges im Jahre 1911. Nach dem 1.Weltkrieg und auch 2.Weltkrieg übernahm die KVP- Luft (Vorgänger der Luftstreitkräfte der NVA) die Kaserne und den Flugplatz 1952 von der roten Armee. Über die Gebäude der Kaserne, hier seien einige genannt, wie die Küche; Haus der Armee (HdA), Stabsgebäude, Haus der rückwärtigen Dienste, Medizinischer .Punkt, Unterkünfte der Soldaten und Offiziersschüler, Schulungsgebäude und das Gebäude der Verwaltung 2000 (Staatssicherheit), sowie den Flugplatz.
Heute wird der Flugplatz zivil genutzt und ein großer Teil der Gebäude in der ehemaligen Kaserne, gehören jetzt dem Landratsamt Bautzen und dem Freistaat Sachsen. Ich arbeite beim Landratsamt Bautzen und Sitze in einem dieser Häuser und bin dort beschäftigt im Kreisforstamt als Forstwirt und bin Schwerbehindertenvertreter sowie Personalrat. des Landratsamtes Bautzen.

Die Zeit verging wie im Flug und meine Stadtführung war nun auf dem Flugplatz von Kamenz zu Ende. Ich könnte von diesem Tag noch mehr berichten, würde es aber für heute belassen wollen. Abschließend habe ich festgestellt und kann sagen, dass es mich gefreut hat, alte Leidensgenossen und Mitglieder des Vereins, die sich arrangieren, hier wieder getroffen zu haben.

Für unseren Verein sind an diesem Tage wichtige richtungsweisende Entscheidungen getroffen worden und hat uns als Vereinsmitglieder wieder ein Stück näher gebracht. Also ein gelungener Tag, der mich stolz macht in diesem Verein zu sein. Dieser Tag wird mit in die Vereinsgeschichte gehen und in unseren Erinnerungen bleiben. Froh würde ich sein, wenn weitere Menschen, ob betroffen oder nicht, sich unserem Verein anschließen würden. Nun möchte ich meinen Bericht schließen mit einer alten indianischen Weisheit, die mir sehr am Herzen liegt.

Wenn Du am Ende Deines Lebensweges stehst, schaue zurück und frage Dich:

„Welche Lebewesen waren darüber glücklich, dass ich gelebt habe?“


Kamenzer Kamenz, den 7.04.2014

baustus
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von baustus » 09 Apr 2014, 19:55

hallo detlef,

erlöse uns bitte von der bekanntmachung von herrn gatzke,... und stelle eine bekanntmachung über eitis, für uns so traurigen verlust, tod in das forum. es soll jedem vereinsmitglied, gegebenenfalls gesondert, zusätzlich im vereinsbereich - auch wegen der organisation/besprechung des nachrufes für eiti in einer großen berliner tageszeitung, gegebenenfalls zusätzlich luzerner zeitung, die möglichkeit gegeben werden sich von ihm mit einigen worten zu verabschieden. vielleicht kann tom einen würdevollen text vorbereiten.

baustus

Kamenzer
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Re: Berichte zur laufenden Vereinsarbeit

Beitrag von Kamenzer » 09 Apr 2014, 20:16

Hallo Baustus,

kurze Frage. Wer ist eigentlich Herr Gatzke?
Für einen Nachruf von Quetschli bin ich auch und am besten im Forum, sowie in einer regionalen Luzerner Zeitung und regionalen Zeitung um Schwedt oder Berlin. Die Nachricht vom Ableben unseres Vereinsmitgliedes Eiti, stimmt mich traurig. Obwohl ich ihn nicht persönlich kannte, geht mir das sehr nah.

MfG der Kamenzer

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